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Blick auf die ICA26 in Kapstadt zurück mit AWARE

17. Juni
3 Min. Lesezeit

Die ICA 2026 in Kapstadt stellte einen Projekt-Meilenstein dar, da wir unsere Ergebnisse auf einer der wichtigsten, wenn nicht sogar die renommierteste, internationalen Konferenz in unserem Fachgebiet präsentieren können. Im Rahmen von vier Beiträgen, einem Doktorandenkonsortium, zwei Podiumsdiskussionen und einer Research-Escalator-Sitzung stellten wir erste Erkenntnisse darüber vor, wie Jugendliche in den sozialen Medien auf Inhalte zum Therma psychische Erkrankungen begegnen und diese interpretieren. Zwischen den Sitzungen leisteten die Empfänge und Gespräche in den Fluren einen ebenso wichtigen Beitrag, in dem sie neue Kontakte und Ideen anregten, die wir in die nächste Projektphase mitnehmen.


"Digital Diagnoses": Mental Health Portrayals on Social Media and Implications For Adolescents' Self-Perceptions"

(Doktoranden-Konsortium)



"Depressed or Just Monday? A Content Analysis of Concept Creep in Public TikTok Posts about Mental Health"

Alina Danilkow, Katharina Rupp, Sophie Mayen, Ruth Wendt, Anne-Linda Camerini, Kathrin Karsay


Nach dem Panel-Vortrag drehte sich die Diskussion darum, wie sich die Forschung zur Kommunikation im Bereich der psychischen Gesundheit bislang vorwiegend auf Fehlinformationen konzentriert hat, während überverallgemeinerte Informationen, die zwar auf Fakten beruhen, aber dennoch das allgemeine Verständnis von Konzepten der psychischen Gesundheit verzerren, weitgehend außer Acht gelassen wurden. Damit wird deutlich, wie wichtig es ist, die zukünftige Forschung über Fehlinformationen hinaus auszuweiten, um zu untersuchen, wie scheinbar richtige, aber überverallgemeinerte Darstellungen die Wahrnehmung und das Verständnis der Nutzenden von psychischer Gesundheit in den sozialen Medien prägen.

"Self-Diagnosis of Mental Illness in Adolescence: A Cross-Sectional Study on Predictors and Protective Factors in the Context of Algorithmically Curated Social Media Content"

Hannah J. Bauer, Sophie Mayen, Kathrin Karsay, Anne-Linda Camerini, Ruth Wendt


TDie „Research Escalator Session“ der ICA CAM-Abteilung (Children, Adolescents and Media) bietet Nachwuchswissenschaftler*innen die Möglichkeit, ein aktuelles Manuskript mit einem erfahrenden Mentor:in zu besprechen. Hannah erhielt gezieltes Feedback zur theoretischen Grundlage der Studie und zu ihrem Analyseplan. Ganz allgemein bestärkte ihre Mentorin sie darin, dass es notwendig ist, Längschnittstudiendurchzuführen, um zu untersuchen, wie Inhalte zu psychischen Erkrankungen die Prozesse der Selbstdiagnose im Jugendalter beeinflussen können. So lieferte ihr die Sitzung hilfreiche Anhaltspunkte und gab ihr das Selbstvertrauen ihre Studie voranzutreiben.


„Das gab es damals noch nicht“: Eine Fokusgruppenstudie zur Wahrnehmung psychischer Erkrankungen durch Jugendliche im Kontext von Familie, Gleichaltrigen, Schule und sozialen Medien.

Dora Weubel, Hannah J. Bauer, Kathrin Karsay, Ruth Wendt, Anne-Linda Camerini


Während der Q&A-Runde diskutierte das Publikum darüber, ob die Romantisierung psychischer Erkrankungen in den sozialen Medien tatsächlich auch positive Seiten haben könnte, da persönliche Geschichten und visuelle Inhalte dem Thema wirksam viel Aufmerksamkeit und Sichtbarkeit verschaffen. Das Publikum äußerte jedoch auch kritische Bedenken hinsichtlich der Nachteile dieses Phänomens und wiesen darauf hin, dass solche Inhalte bei Jugendlichen leicht zu Fehlinformationen und unzutreffenden Selbstdiagnosen führen können. 

Über die Konferenz hinaus: ICA-Hackathon

Sophie Mayen & Dora Weubel


Vor der Hauptkonferenz nahmen Dora und Sophie am zweitägigen ICA-Hackathon-Vorkonferenz an der Stellenbosch-Universität (SU School for Data Science and Computational Thinking) teil, der von der ICA-Abteilung für Computational Methods und der Interessengruppe für Kommunikationswissenschaft und Biologie organisiert wurde. Das Format ist auf Zusammenarbeit ausgerichtet: Die Teams bilden sich vor Ort, tauschen ihre Kompetenzen aus und entwickeln innerhalb von zwei Tagen ein konkretes Ergebnis.

Unser Projekt befasste sich mit einem immer wiederkehrenden Problem in der schulbasierten Längschnittforschung: In Jugendpanelstudien werden die Erhebungswellen anhand selbst generierter ID-Codes miteinander verknüpft, doch Fehler in den einzelnen Code-Komponenten führen häufig dazu, dass die Zuordnung zwischen den Erhebungswellen nicht mehr möglich ist. Anand von realen Daten und Simulationen haben wir eine automatisierte Pipeline entwickelt, die beschädigte Codes durch mehrstufiges Fuzzy-Matching wiederherstellt. Diese Pipeline speist Daten in das eigene Verknüpfungssystem von AWARE ein und ist so konzipiert, dass sie auch zukünftigen Studien helfen kann.



 
 
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